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By Floris Biskamp

Seit Jahren wird in politischer Öffentlichkeit und Wissenschaft heftig darüber gestritten, welches Sprechen über den Islam als legitimer Teil demokratischer Debatten zu betrachten ist und welches nicht. Diese Konflikte nimmt Floris Biskamp als Ausgangspunkt für eine theoretische Diskussion von Aushandlungen kultureller Differenz in der demokratischen Öffentlichkeit. Er legt dar, unter welchen Verkürzungen die gängigen Konzepte von Islamophobie, Islamfeindschaft und antimuslimischem Rassismus leiden. Um diese zu überwinden, entwickelt er vor dem Hintergrund von neuerer kritischer Theorie und postkolonialer Theorie ein Konzept von Rassismus als systematisch verzerrtem Kommunikationsverhältnis.

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Orientalismus und demokratische Öffentlichkeit. Antimuslimischer Rassismus aus Sicht postkolonialer und neuerer kritischer Theorie

Seit Jahren wird in politischer Öffentlichkeit und Wissenschaft heftig darüber gestritten, welches Sprechen über den Islam als legitimer Teil demokratischer Debatten zu betrachten ist und welches nicht. Diese Konflikte nimmt Floris Biskamp als Ausgangspunkt für eine theoretische Diskussion von Aushandlungen kultureller Differenz in der demokratischen Öffentlichkeit.

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36,2 Prozent stimmen den islamfeindlichen Aussagen zu und gelten als islamfeindlich.

In ihrem drei Jahre später erschienenen zweiten Text zum Thema führen Leibold/Kühnel als weiteren erklärenden Faktor für Islamophobie das Konzept der entdifferenzierenden Sichtweisen ein. Dieses fragen sie durch die Zustimmungsraten zu Aussagen ab, mit denen Probandinnen ihr eigenes Wissen über die innere Vielfalt des Islams einschätzen oder mit denen Musliminnen eine Neigung zur Segregation und Sympathien für Terroristinnen unterstellt werden. Statistisch erwiesen sich diese entdifferenzierenden Sichtweisen als direkt oder indirekt erklärende Faktoren für Islamophobie (Leibold/Kühnel 2006: 137-152).

Drittens dürfe Aufklärung nicht als ein abgeschlossener Prozess betrachtet werden, den der Westen bereits hinter sich habe, der dem Islam aber noch bevorstehe. Vielmehr sei sie als ein »unabgeschlossener Lernprozess« (Bielefeldt 2009: 179) zu verstehen. Es könne zwar Fortschritte und Defizite geben, doch »auch wenn es im Prozess des Ausgangs aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit sicherlich unterschiedliche Stadien gibt, lassen diese sich nicht pauschal auf kulturelle Großräume – ›den Westen‹ und ›den Islam‹ – projizieren und einander entgegensetzen« (Bielefeldt 2009: 182).

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